Samstag, 13. August 2016

Certified Master Sugar Artist (CMSA)

Moin,

im November 2011 habe ich die Amerikanerin Ruth Ricky in Birmingham auf der Cake International getroffen. Ich hatte davor gelesen, dass sie eine "Certified Master Sugar Artist" ist und wir kamen im Gespräch darauf, was das eigentlich für eine Prüfung ist. Sie meinte damals zu mir, dass ich die ganz sicher auch bestehen würde - ich müsste mich dafür nur bei der ICES (International Cake Exploration Societé - die Amerikanische Tortenvereinigung) dafür anmelden, den die Prüfung steht jedem Mitglied offen.

Nun gut. Ich hatte mir nach dem Gespräch die Unterlagen auf der Webseite durch gelesen und war von den Anforderungen beeindruckt und habe das Thema erst einmal abgehakt. Aber irgendwas in mir wollte dann doch diesen Titel haben! Soweit mir bis heute bekannt ist, gibt es weltweit keine weitere Prüfung, die so speziell auf das Thema Torten Dekoration eingeht. Es ist kein annerkannter Abschluß einer Uni oder Kammer, aber die Prüfung hat es wirklich in sich und die Zahl derjenigen, die sich "Certified Master Sugar Artist" nennen ist weltweit sehr gering (und aus Europa hatte noch niemand diesen Titel....).

Also entschloss ich mich 2013 das Abenteuer anzugehen. Die Prüfung wird einmal im Jahr im Rahmen der jährlichen Convention der ICES abgehalten. für 2014 hieß somit mein Reiseziel Ende Juli: Albuquerque/New Mexico in den USA. Im September 2013 habe ich mich angemeldet und dann hieß es erst einmal das 84 Seiten starke Regelwerk zu lesen und zu studieren.

Es ist eine 8 stündige Live Prüfung, in der eine 3-stöckige Torten, eine 1-stöckige Torte und ein Schaustück erstellt werden müssen. Es gibt eine ganze Liste mit 45 (inzwischen sind es 47) verschiedenen Techniken, die in 4 Leistungsgruppen (einfache 1 Punkt - bis zur schwersten 4 Punkte) eingeteilt sind. 8 Techniken davon muss man sich aussuchen, die am Ende eine Gesamtpunktzahl von 21-22 Punkten ergeben. Also es muss ein Mix aus verschiedenen Schwierigkeiten sein und auch 2 Techniken der 4 Punkte Kategorie. Diese 8 Techniken müssen nun auf die 3 zu fertigen Teile aufgeteilt werden, so dass diese auch noch gut aussehen und ein Gesamtbild ergeben. Dazu kommt noch, dass eine der Torten vor Ort mit Fondant eingedeckt werden muss und eine weiter entweder mit Buttercreme oder Eiweißspritzglasur eingestrichen wird

Wenn man sich die Liste durch ließt (wer Interesse an den Unterlagen hat, findet sie auf dieser Seite als PDF) stellt schnell fest, dass man auf jeden Fall unterschiedliche Techniken nehmen muss, um auf die Punktzahl zu kommen. Nur Modellieren, oder nur Eiweißspritzglasur etc. funktioniert nicht. Man ist als Allrounder gefragt und sicher wird eine Technik dabei sein, die man nicht 100% beherrscht.

Bis um 01. April muss beim Kommitee ein Plan eingereicht werden, der die 8 Techniken aufweist und Skizzen von den Werken, die man machen möchte. Diese werden geprüft und Mitte Mai erhält man dann ein Feedback, welche Details man noch ändern müsste etc. Am 01. Juni muss dann der finale Plan eingereicht sein. Dazwischen heißt es immer wieder: üben, üben, üben und ausprobieren....


Mein Plan 2014 war sehr ambitioniert, aber gefühlt machbar - ja gefühlt, aber leider nicht in der Prüfungssituation! In Albuquerque fand ich eine Raum vor, der sehr gut gekühlt (ca. 17°) war und leider auch sehr feucht war. Tja und ich hatte nicht damit gerechnet, dass unter den Bedingungen Eiweißspritzglasur nicht mehr trocknet und gekochter Zucker einfach zu schnell erkaltet. Fazit: ich bin mit Mann und Maus untergegangen, was mir aber schon 1 Stunde vor Prüfungsende klar war. Auch die "kleinere" Variante "Certified Sugar Artist" habe ich verfehlt

Allerdings hat mir die ganze Situtation und das Feedback der Juroren ganz viel Informationen gegeben, die mir 2015 zu einem geholfen haben meine Meisterprüfung in Deutschland zu bestehen, aber auch den Ehrgeiz weckten, dass ich diese Prüfung auch bestehen will!

Also nach bestandener Meisterprüfung habe ich mich im November 2015 wieder angemeldet, ein neues Konzept erarbeitet und mich jetzt im August 2016 wieder den Prüfern gestellt.

Dieses Mal hieß das Ziel: Mobile/Alabama! Also sicher wieder sehr war, wieder eine sehr gute Klimaanlage und mit Pech auch wieder viel Luftfeuchtigkeit. Mein Plan hatte all das berücksichtigt und so ging es, wie ich fand, gut vorbereitet, am 03. August um 8 Uhr los.


das "kleine" Gepäck mit dem ganzen Werkzeug & Co
Als Plan hatte ich mich dieses mal für folgende Techniken entschieden:

einfache Malerei (1 Punkt)


Lace Point (kleine gespritzte Filigrane 2 Punkte)

Runouts (ausgelassene Bilder aus Eiweißspritzglasur 2 Punkte)

Brush Embroidery (2 Punkte)

Bas Relief (Modelliertes Relief 3 Punkte)

Blumen aus Blütenpaste (3 Punkte)



Portrait Malerei (4 Punkte)

realistische Figur modellieren (4 Punkte)



Und insgesamt sah der Plan so aus:


meine finaler Plan

Dazu war meine 1-stöckige Torte mit Buttercreme und die 3-stöckige Torte mit Fondant eingedeckt.

Dinge die man länger trocknen lassen muss, wie Eiweißspritzglasur, Blumen oder z.B. die Beine der Figur, darf man getrocknet mitbringen, muss sie aber vor Ort noch einmal herstellen. Somit hatte ich in meinem Handgepäck, einige zerbrechliche Eiweißspritzglasur Ornatmente etc.

Das Material, Werkzeug etc. muss alles mitgebracht werden und ich hatte mich auch dafür entschieden auf Nummer sicher zu gehen und habe Massa Ticino Sugarpaste, Blütenpaste und Puderzucker mitgenommen, damit ich wusste, dass ich das Material auch kenne. An dieser Stelle muss ich dann auch sagen: ja es war wieder kalt und feucht in dem Raum, aber meine Torten mit Massa Ticino waren so ziemlich die einzigen, die nicht feucht geworden sind!!!!! alles andere wurde dann noch schnell am Dienstag Morgen im Supermarkt vor Ort gekauft

Nach dem mein Mann 2014 mein Assistent war, hatte er dieses mal nicht wirklich große Lust noch einmal mit zu kommen, somit war mein Sohn so lieb und war dieses Mal mein Assistent. 

 



Der Prüfungstag lief wirklich gut, auch wenn die Aircondition direkt über mir ar und es wieder sehr kalt war. Zur Pause nach 4 Stunden war ich komplett in meinem gedachteen Zeitplan, sogar einen Tick weiter. Nach einer Stunde Pause ging es wieter und es lief imme rnoch wie am Schnürrchen! Ok, mit mehr Zeit wäre sicher das ein oder andere noch filigraner und genauer gegangen, aber dies ist kein klassischer Wettbewerb in dem nur das Endprodukt zählt, sonder es geht auch um die Arbeitsweise, Sauberkeit und Umsetzung des Planes.




Am Ende war ich 15 Minuten vor Schluss fertig und meine 3 Teile standen auf dem Tisch, der für die fertigen Stücke vorgesehen war. Mir war schon klar, dass ich auf jeden Fall den „Certified Sugar Artist“ erlangt haben üsste, aber hat es für den „Master“ gereicht? Auch wenn die 3 Juroren die ganze Zeit im Raum sind, immer wieder auf die Finger schauen, ab und an Fragen stellen – sie haben Pokerfaces! Dann hieß es für 50 Minuten den Raum verlassen, damit die Juroren ihre abschließende bewertung vornehmen können. Vor der Tür haben wir 6 Teinehmer uns ausgetauscht und es wurde schnell klar, dass nur 2 von uns fertig geworden sind (vor 2 Jahren war es nur 1 von 6). Dann durften wir wieder in den Raum. Die Schaustücke mussten in den Ausstellungsraum gebracht werden und der Rest eingepackt und alles ausgeräumt werden. Tja und das Ergebniss? Der Prüfungstag war ein Mittwoch – aber nun hieß es warten bis Samstag Abend, denn da werden erst die Ergebnisse beim großen Bankett bekannt gegeben (wer möchte, kann sich Donnerstag Abend das Ergebniss abholen, aber muss dazu schweigen).




Samstag Abend sind wir also zum Bankett und ich hatte das große Vergnügen, durch Zufall, am selben Tisch wie Kerry Vincent zu sitzen! Kerry Vincent? Falls der Name euch nichts sagt: sie ist die Grand Dame der Tortendekoration in den USA! Sie organisiert die Oklahoma State Show, war Jurorin beim australischen Bake Off (Das Große Backen in Australien) und war in etlichen TV Sendungen in den USA zu sehen. Tja und mit dieser tollen Frau saß ich nun da und fieberte dem Moment entgegen, in dem das Ergebniss bekannt gegeben wurde.

Was soll ich sagen: Certified Master Sugar Artist! Eine von nun 33 weltweit, die erste in Europa und die einzige im Jahrgang 2016! Ein toller Moment, zumal auch ganz viele Tortenfreunde aus den USA dort waren, die vor 2 Jahren schon mit gefiebert hatten und sich jetzt richtig doll mit gefreut haben.




Ja, da ist die Urkunde!



Diese super Kopfbedeckung gibt es dann zum Titel noch dazu und Peggy Tucker CMSA bestand darauf, dass ich damit ein Foto machen muss



meine 3 Juroren, die wirklich einen tollen Job gemacht haben


Der Bericht ist nun etwas länger als gedacht geworden, aber es hat ja auch fast 5 Jahre gebraucht von der Idee bis zum endgültigen Titel.


xxx




Sonntag, 31. Juli 2016

Weddingstyle 2008

Moin,

um Torten zu verkaufen muss man ja auch Werbung machen und vor 8 Jahren durfte ich meine erste Serie an Hochzeitstorten für die Zeitschrift "Weddingstyle" machen.


 Das spannende bei solchen Shootings ist eigentlich die Vorbereitung. Es geht um Tortentrends und bei der Planung muss man ein Gespühr dafür entwickeln, was in der nächsten Saison DER Trend sein könnte! Welche Farben werden von den Brautpaaren gewünscht, ein besonderer Stil etc. Wenn man seine Aufgabe gut macht, trifft man genau in das Herz der Kunden und manchmal wird dann ein Tortendesign auch zum Klassiker.



Wenn ich so die Torten anschaue, sind da auch einige dabei, die heute sicher immer noch aktuell sind.

 



xxx


Samstag, 30. Juli 2016

Moin,

weiter geht es mit dem Rückblick. Heute habe ich mal meine Wettbewerbstorten für Euch raus gesucht. An meinem ersten Wettbewerb habe ich 1997 in Telford teilgenommen. Es war ein kleiner Biedermeier Strauss (leider kein Foto, da es nur irgendwo Papierabzüge gibt :( ). Dieser wurde mit einem "Highly Commended", also einer Lobenden Annerkennung, ausgezeichnet - man war ich Stolz! Das erste Mal auf einer Tortenmesse im Mekka der Tortendekoratio in England und nicht komplett durch gefallen! Das Gespräch mit den Juroren hat mir so viel gebracht und ich war angefixed. 

Es folgten dann erst einmal mehrere Wettbewerbe in Deutschland, auf denen ich, auch gerne mehrfach, disqualifiziert wurde :) :) :) wegen Draht in den Blumen, weil man dachte, das ich Plastik verwendet habe und weil es nicht ins Schema passte (ok, wenn es Klassisch wurde, gab es dann auch Gold Medaillen).





Aber wie schon gesagt, durch Wettbewerbe lernt man und 2004 habe ich dann wieder in England teilgenommen. Ich hatte fest gestellt, dass Blumen für Wettbewerbe nicht meins sind und mich für eine 3D Torte entschieden. Und was soll ich sagen: Gold & Trophy!



2008 kamen dann die tanzenden Nilpferde auf die Torte für die Cake International in Birmingham und ich habe die Quittung dafür bekommen bis zum letzten Moment mit der Fertigung der Torte zu warten. Bei 2 Nilpferd Damen war das Gewicht für die noch nicht getrockneten Beine einfach zu viel und somit gab es "nur" eine Silbermedaille.

2010 hieß es dann noch einmal: Wettbewerb auf der Cake International. Eine kleine Truppe "Urgesteine" in Deutschland hatte sich zusammen getan um ein Bewertungssystem für Wettbewerbe in Deutschland auszuarbeiten und als Teil unserer Ausbildung, hatten wir die große Ehre eine Einheit "Probejudgen" nach Messeschluss in Birmingham zu machen. Wer gerne mehr dazu erfahren möchte, findet einen langen Artikel dazu hier http://bettyssugardreams-blog.blogspot.de/…/jury-tatigkeit.…

Da wir uns aber auch die Auflage gegeben haben, dass jeder Juror selber an Wettbewerben teilgenommen haben muss und am besten mit Ausszeichnung, musste ja nochmal eine Torte gemacht werden. So entstand meine Steampunk Novelty Cake, die dann auch Gold & Best in Class war (damals war es noch der 1. Platz und es gab auch keine extra Urkunde dafür ;))

Tja und seit dem bewerte ich eigentlich ehr die Wettbewerbe, als das ich selber noch teilnehme, wobei ich diesen Nervenkitzel immer total klasse fand, auch wenn es nicht immer zum 1. Platz gereicht hat.

xxx

Bring back Memories

Moin,

es ist zwar Sommerpause mit der Anleitung der Woche, aber zu richtig ruhig soll es hier ja nicht werden :) Meine liebe Freundin Sonja war bei mir und wir kamen auf Torten (was sonst). Irgendwie ging es dann um Torten, die man schon gemacht hat und wir verfielen ins plaudern, bis sie feststellte, dass sie nur die Torten kennt, die hier bei Facebook gepostet wurden. Aber 1993, als ich mit Betty's Sugar Dreams angefangen habe, gab es ja noch kein Facebook! Also alte Fotobücher rausgeholt und Bilder geschaut. Um es kurz zu machen: die Bücher sind erst einmal mit zu Sonja nach Hause gefahren und sie hat mir sehr nahe gelegt, dass ich davon was zeigen muss :)
 
Da Betty's Sugar Deams im August 23 Jahre alt wird, dachte ich mir, ist es doch eine nette Idee jeden Tag was aus meiner Firmengeschichte zu posten. Sonja war so lieb und hat die Auswahl getroffen <3 span="">

 
Und warum bis August warten (es sind ja doch so ein paar Torten und Ereignisse in den ganzen Jahren gewesen), somit starten ich doch gleich:

1997 ein paar Hochzeitstorten für die "Schöner Wohnen". Die Blumen waren sicher noch ausbaufähig, aber sie haben es sogar auf den Titel geschafft! Alles noch sehr klassisch, aber gegen die damaligen Torten schon echt modern.





Ich hoffe, Euch gefällt die Idee mit dem Rückblick und ihr könnt Euch wirklich auf sehr lustige Varianten freuen.

xxx

Samstag, 23. Juli 2016

Anleitung: Sonnenblume

Moin, 

Sommer, Sonne, Urlaubszeit. Auch ich werde eine kleine Sommerpause bis Anfang September machen (zumindest mit den Anleitungen), aber vorher gibt es noch eine Anleitung für die Sommerblume schlecht hin: die Sonnenblume! Man kann sie in klein mit einfachen Ausstechern machen, oder wie hier mit Einzelblättern, die der Blüte die volle Pracht geben, die sie auch in Natur hat


Material:

ca. 100g Blütenpaste hellgelb
ca. 100g Blütenpaste braun
Cel Board
Foam Board
kleines Rollholz
Ball Tool
spitze Schere
Pinsel
Kleber
Kokosfett
Alufolie
Draht weiß 22er
Ausstecher Set S171 Blattgrün von Caro's Zuckerzauber
Veiner Mohn V258 von Caro's Zuckerzauber
Styropor Kugel 5cm Durchmesser
Puderfarbe: Narzisse, Sonnenblume, Weidengrün von Caro's Zuckerzauber, Bulrush von Squires Kitchen

  1. für die Blütenblätter gelbe Blütenpaste auf einer Kerbe des Cel Boards ausrollen
  2. und mit dem drittkleinsten Blatt im Set ausstechen
  3. Draht in Kleber tauchen und in das Blatt einführen
  4. das Blatt mit dem Veiner prägen
  5. und mit dem Ball Tool auf dem Foam Board die Ränder ausdünnen
  6. das Blatt zum Trocknen auf zusammengeknüllter Alufolie legen. Für eine Blüte werden ca. 30 Blütenblätter benötigt. Über Nacht trocknen la
  7. die getrockneten Blätter erst einmal mit Puderfarbe Narzisse grundieren
  8. den unteren Teil des Blattes mit Puderfarbe Sonnenblume betonen
  9. den Blattansatz zum Schluss noch mit etwas Puderfarbe Weidengrün anpudern
  10. die Styropor Kugel halbieren und die braune Blütenpaste nicht zu dünn ausrollen
  11. die Rückseite mit Kleber einstreichen
  12. die Styropor Halbkugel auf den Kleber legen
  13. und mit der Blütenpaste ummanteln
  14. überschüssige Blütenpaste auf der Unterseite abschneiden
  15. nun mit der Schere V-förmig im Kreis einschneiden
 
16. auch den Außenrand einschneiden und die Mitte frei lassen
  17. mit den Spitzen der Schere in der Mitte leicht einstechen
  18. die Zacken mit Bulrush Puderfarbe anpudern
  19. den Draht der Blütenblätter auf ca. 2-3 cm kürzen und die erste Lage Blätter kreisförmig in die Blumenmitte stecken
  20. versetzt nun die zweite Lage der Blätter hinzufügen
 
21. die fertige Sonnenblume.
Die Blume habe ich an der fertigen Torte mit Eiweißspritzglasur befestigt und noch eine Schleife hinzugefügt. 

Ich wünsche Euch sonnige Sommertage und freue mich, Euch im September hier wieder begrüßen zu können :) 
xxx